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Worauf darf ein Mensch am Ende seines Lebens stolz sein?

Monika Popp
9. Okt.
2 Min. Lesezeit

Worauf darf ein Mensch am Ende seines Lebens stolz sein?

Auf berufliche Erfolge?

Auf ein eigenes Haus?

Auf Auszeichnungen?

Auf das, was er geschaffen hat?


Natürlich.

Aber vielleicht auch auf ganz andere Dinge.


Darauf, ein Kind großgezogen zu haben.

Vielleicht war das nie eine besondere „Leistung“ im klassischen Sinn.

Aber ein Kind über Jahre zu begleiten, Verantwortung zu übernehmen, zu trösten, zu fördern und immer wieder da zu sein, ist eine Lebensleistung.


Darauf, nach einem Verlust weitergelebt zu haben.

Manche Verluste verändern ein ganzes Leben.

Und trotzdem findet irgendwann wieder ein Morgen statt.

Vielleicht nicht wie früher.

Aber anders.

Weiterzugehen kann eine enorme Leistung sein.


Darauf, einen Menschen begleitet zu haben.

Einen Partner.

Eine Freundin.

Ein Elternteil.

Ein krankes Kind.

Manchmal verbringen Menschen Jahre damit, für andere da zu sein.

Darüber sprechen sie selten.

Dabei ist auch das Teil ihrer Lebensgeschichte.


Darauf, eine schwierige Entscheidung getroffen zu haben.

Nicht jede mutige Entscheidung sieht von außen mutig aus.

Manchmal bedeutet Mut:

Nein zu sagen.

Einen Neuanfang zu wagen.

Sich Hilfe zu holen.

Eine Beziehung zu beenden.

Einen neuen Weg einzuschlagen.

Oder endlich das zu tun, was man selbst für richtig hält.


Darauf, Fehler eingestanden zu haben.

Auch das kann Lebensleistung sein.

Zu sagen:

„Da habe ich mich geirrt.“

„Das würde ich heute anders machen.“

„Es tut mir leid.“


Darauf, lieben zu können.

Vielleicht ist das überhaupt eine der größten Leistungen eines Lebens.

Menschen zu lieben.

Sich auf Beziehungen einzulassen.

Nähe zuzulassen.

Für jemanden da zu sein.

Und manchmal auch Abschied nehmen zu müssen.


Was bleibt?

Wenn ich Menschen nach ihrem Leben frage, geht es deshalb nicht nur um das, was sie erreicht haben.

Mich interessiert:

Was war Ihnen wichtig?

Was hat Ihnen Kraft gegeben?

Welche Menschen haben Sie geprägt?

Was haben Sie gelernt?

Was möchten Sie weitergeben?


Vielleicht liegt genau darin ein Teil der Würdezentrierten Biografiearbeit.

Ein Leben nicht nur zu betrachten.


Sondern es zu würdigen.

Mit allem, was dazugehört.

 
 
 

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